Kinder aus ganzheitlicher Sicht
Jedes Kind hat seinen individuellen Charakter, der sich aus den verschiedensten Anteilen zusammensetzt. Gesund wäre es, wenn ein Kind Zugang zu allen seinen Persönlichkeitsanteilen hätte. Wird ein Anteil unterdrückt, kommt es zu einem seelischen Ungleichgewicht. Das kann sich als auffälliges Verhalten bemerkbar machen. Schuldgefühle der Eltern, in der Erziehung versagt zu haben, bringen genauso wenig wie die Kinder allein dafür verantwortlich zu machen.
Individuellen Charakter wertschätzen
Wir empfinden es selbst als schlimm, wenn wir herabgesetzt werden. Kindern geht es nicht anders. Vermitteln wir unseren Kindern, dass jeder ein Recht darauf hat anders zu sein, übernehmen sie diese Wertfreiheit.
Begegnen wir ihnen offen und ehrlich, finden die Kinder bestenfalls selber heraus, mit welchem Verhalten, sie welche Reaktion bei anderen hervorrufen. Sie lernen, dass es immer verschiedene Möglichkeiten und Wege gibt. Das fördert das Selbstvertrauen.
Aufmerksamkeit schenken
Kein Kind will wirklich Ärger. Es fühlt sich wahrscheinlich hilflos und unsicher und macht in irgendeiner Form darauf aufmerksam. Ist Raum da, für den Ausdruck der kindlichen Gefühle, wird das Problem klarer und erst wenn es klar ist, kann es gelöst werden. Vielleicht leidet ein Kind unter Eifersucht oder Ungerechtigkeitsgefühlen. Vielleicht fühlt es sich überfordert, unterfordert oder empfindet sonstigen Kummer.
Lenken wir unsere Aufmerksamkeit darauf, wie die Kinder ihre Gefühle ausdrücken, bleibt uns nur „Mitgefühl“ und damit wissen wir am ehesten was zu tun ist.
Der Charakter lässt sich nicht verändern
Einem ruhigen und bedachten Kind, wird man nicht zu mehr Temperament verhelfen können, als es in sich hat. Wir können aber versuchen es anzuregen etwas neues auszuprobieren. Ein Kind, das sehr viel Energie und Temperament hat, wird dieses nicht verlieren. Hier ist es wichtig, die Energie in die richtige Richtung zu lenken und dafür zu sorgen, dass immer genug Gelegenheit besteht, diese möglichst konstruktiv auszuleben.
Suche nach Liebe
Im Grunde, ist das größte Bedürfnis aller Kinder, dass sie sich anerkannt und geliebt fühlen. Um diese Bedürfnisse befriedigt zu bekommen, probieren sie unter Umständen verschiedene Verhaltensweisen aus, besonders bei ihren nächsten Bezugspersonen. Kinder benötigen Reaktionen auf ihr Verhalten.
Sind wir als Eltern relativ frei davon uns Liebe „verdienen“ zu müssen, werden Kinder uns das gerne nachleben.
Bislang wird in der Gesellschaft noch viel Wert, auf die Anerkennung von Leistungen gelegt. Wenn wir sellber nicht so auf diese Anerkennung von Außen angewiesen sind, haben Kinder die mit uns aufwachsen natürlicheren Zugang zu den inneren Werten.
Unsere Gefühle weisen uns den Weg. Sobald wir uns so akzeptieren (lieben) wie wir sind, fühlen wir uns gesund. Das geht nur, wenn wir uns von alten, überholten Verhaltensweisen und Einstellungen trennen. Sich selbst zu vertrauen ist die Vorraussetzung, um die wahre Liebe zum Leben zu entwickeln und diese an die Kinder weiter zu geben.
Offenheit für die eigenen Gefühle entwickeln
Hilfreich ist es immer auf seine eigenen Reaktionen zu achten, wenn es zu Spannungen kommt. Welche Gefühle erlebe ich, wenn ich mich so und so verhalte oder dieses oder jenes sage.
Vielleicht trifft das Kind unseren eigenen wunden Punkt und wir fühlen uns verletzt.
Entwickeln wir selber mehr Sicherheit im Umgang mit unseren Gefühlen, geben wir diese gleichzeitig an die Kinder weiter. Wir vermitteln ihnen mehr Selbstvertrauen und Stärke.